Wilfried Thünker ist ein Bonner Unternehmer, gelernter Techniker und früher passionierter Radrennfahrer. Sein Unternehmen DER THÜNKER ist das älteste bestehende Business Center Deutschlands, 1985 in Bonn gegründet und heute im artquadrat direkt neben der Bundeskunsthalle beheimatet. Dort vermietet das Unternehmen Büros und Sitzungsräume tageweise, stundenweise oder auch auf Dauer. Zum Angebot gehören der Telefonservice, die Nutzung der Postadresse und nationale und internationale Videokonferenzen.

 

Interview mit Wilfried Thünker

Wie sind Sie mit dem Thema CSR in Berührung gekommen?

Ich habe immer wieder von Fällen gelesen, in denen es Menschen schlecht geht oder Unterstützung benötigt wird, die öffentliche Stellen nicht leisten konnten oder wollten. Gerade bei Schicksalen junger Menschen bewegt mich das als zweifacher Vater sehr. Daher haben wir sehr früh angefangen, gezielt Projekte und Initiativen zu unterstützen, die sich Themen wie Gesundheit, Betreuung oder soziale Integration auf die Fahnen geschrieben haben.

 

Wie haben Sie für Ihr Unternehmen festgelegt, welche Schwerpunkte Sie setzen bzw. welche Maßnahmen Sie umsetzen möchten?

Ein Schwerpunkt ist für uns die regionale Ausrichtung. Natürlich haben wir auch schon an große internationale Hilfsorganisationen gespendet, zum Beispiel nach dem Erdbeben in Haiti. Aber hauptsächlich unterstützen wir Menschen und Einrichtungen hier in der Region, bei denen wir wissen, dass unsere Hilfe – personelle Unterstützung, kostenlose Räume, Know-how und ähnliches – auch wirklich ankommt.

 

Lohnt sich CSR für Ihr Unternehmen?

Ich bekomme keine Aufträge, weil ich etwas Gutes tue. Und die Menschen, die wir unterstützen – zum Beispiel bei der gesellschaftlichen Eingliederung oder Hauptschulen – werden in aller Regel kaum in einem professionellen Business Center arbeiten. Wir machen CSR nicht, weil sich das rechnet. Das wäre ein völlig falscher Ansatz. Wir machen es, weil wir uns dazu verpflichtet fühlen und das auch machen wollen. Wenn es dann auch noch dem Image gut tut und vielleicht mal die Presse über das Engagement berichtet, freuen wir uns, aber wir kalkulieren nicht damit.

 

Warum engagieren Sie sich als CSR-Botschafter?

Um andere Unternehmen und Unternehmer zu ermuntern, es uns gleich zu tun. Und um auf Projekte und Menschen aufmerksam zu machen, von denen wir meinen, dass sie unterstützt werden sollten.

 

Was benötigt unsere Region in Sachen CSR?

Viel mehr Unternehmer, die mitmachen. Es gibt in unserer Region weit über 50.000 Unternehmen. Die Quote derer, die bewusst und gerne etwas von ihrem wirtschaftlichen Erfolg wieder an die Gesellschaft zurückgeben, ist immer noch sehr niedrig.