Die Vierte industrielle Revolution – ein Umbruch für die Unternehmensverantwortung?

„Digitalisierung und der Einfluss von Industrie 4.0 auf die Verantwortlichkeit in Unternehmen – Eine vergleichende Fallbetrachtung“

Die Digitalisierung stellt zweifelsohne einen Umbruch dar, welcher nahezu sämtliche Lebensbereiche tangiert und zu immer schnelleren Veränderungen führt. So sehen sich Unternehmen etwa durch den Einsatz neuer Technologien vermehrt bislang ungenutzten Potenzialen für eine effizientere und kundenindividuellere Produktion gegenüber.

Doch wie sieht es abseits des ökonomischen Bereichs mit den weiteren Verantwortungsdimensionen Ökologie und Gesellschaft aus? Welche Veränderungen sind heute bereits eingetreten und welche Szenarien zeichnen sich für die Zukunft ab? Stellt die Digitalisierung eine Bedrohung für die Verantwortung dar oder wird diese ganz im Gegenteil aufgrund gezielteren Ressourceneinsatzes, der Unterstützung von Arbeitnehmern durch Assistenzsysteme, etc. beflügelt?

Dieser und weiteren Fragen, welche die aktuellen Entwicklungen aufwerfen, wird im Rahmen der Thesis anhand zweier Praxisbeispiele nachgegangen – mit dem vielleicht ernüchternden Ergebnis, dass es nicht immer pauschale Antworten gibt. Vielmehr wurde jedoch deutlich, wie entscheidend es ist, dass Unternehmen, Politiker und Bürger sich heute ihrer Gestaltungsmöglichkeiten bewusst werden, diese nutzen und einen aktiven Diskurs über die Frage führen, welche Bedeutung menschlichen Kompetenzen zukommen soll und wie wir in Zukunft leben möchten.

 

CSR-Produkte im Lebensmitteleinzelhandel – Verantwortungsübernahme oder Marketinginstrument?

„Implementierung von CSR-Produkten als strategischer Wettbewerbsvorteil im Sortiment des stationären Lebensmitteleinzelhandels“

CSR ist ein branchenweiter Trend, der auch Einzug in die Sortimente der Lebensmitteleinzelhändler (LEH) gefunden hat.

Ist gesellschaftliche Verantwortung im Sortiment wirklich ein Erfolgsfaktor oder stellt gerade die Erweiterung um CSR-Produkte in der heutigen Zeit bereits eine Notwendigkeit dar, auf die die LEH-Unternehmen setzen müssen, um auch zukünftig in einem preisaggressiven Markt wettbewerbsfähig zu sein?

LEH-Unternehmen reagieren auf eine bestehende Nachfrage. Daher wird in dieser Arbeit gezeigt, welchen Einfluss nachhaltigkeitsinteressierte Kunden haben und welche Kriterien ein CSR-Produkt besitzen muss, um einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg für den Händler zu erzielen. Zudem wird untersucht, welche Anforderungen an ein nachhaltiges Produktmanagement entlang der Supply Chain gestellt werden. Final wird an einer Handlungsoption für eine CSR-Eigenmarke des LEH deutlich, wie eine übergeordnete Nachhaltigkeitsimplementierung zu einer erfolgreichen Differenzierung gegenüber Wettbewerbern führt. Detaillierter geht Johanna Gocha in ihrer Thesis auf diese und weitere Themen ein.

 

Verantwortung tragen– ein Blick auf die Nachhaltigkeit in der Textilbranche

”Nachhaltigkeit als Marketinginstrument in der Textilbranche und der Einfluss auf das Käuferverhalten – eine experimentelle Untersuchung“

Grüne Labels, fairtrade Baumwolle, etc.: Hinweise auf eine gewisse Nachhaltigkeit in unserer Kleidung gibt es viele. Doch was steckt dahinter und wie beeinflusst uns die kommunizierte Nachhaltigkeit in der Textilbranche? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich Jana Werner in ihrer Bachelorarbeit.

Kleidung ist ein Gut unseres täglichen Gebrauchs. Interessant ist, dass Konsumenten der Textilbranche scheinbar immer nachhaltiger konsumieren – und das in Zeiten von Primark und Co. Grüne Labels sind hier ein willkommenes Marketinginstrument für die Hersteller zur Rechtfertigung von erhöhten Preisunterschieden. Doch welche Marken sind wirklich „grün“ und wer betreibt lediglich green-washing? Im Rahmen eines Experiments wird anhand von drei studentischen Versuchsgruppen der Einfluss von Nachhaltigkeit als Marketinginstrument auf das Käuferverhalten und auf das Image der Marke untersucht (N = 113). Sowohl grüne, als auch nicht grüne Marken werden hier über einen Fragebogen zur Bewertung aufgestellt. Ziel dabei: Festzustellen, wie sehr das Instrument Nachhaltigkeit wirklich wirkt.

 

Gutes hat seinen Preis – wie sich CSR auf den Preis auswirkt

„Der ambivalente Effekt von Corporate Social Responsibility– Aktivitäten auf die wahrgenommene Preisfairness des Kunden“

CSR ist ein Trend, der von Kunden immer stärker gefordert wird. Halten diese es jedoch für fair, wenn sie für ein Produkt von einem CSR-engagierten Unter-nehmen einen höheren Preis in Kauf nehmen müssen?

Die Preisfairness ist ein wesentlicher Aspekt für den Kunden bei der Entscheidung, ob der Kauf getätigt wird oder nicht. Der Kunde bringt oftmals die CSR-Aktivität von Unternehmen mit einem erhöhten Preis in Verbindung. Jedoch ist gerade CSR ein positiver, ausschlaggebender Kaufaspekt für potenzielle Kunden. Die Untersuchungen der Arbeit haben gezeigt, dass der Kunde grundsätzlich CSR-Engagement durch Unternehmen befürwortet, eine dadurch entstehende Preiserhöhung jedoch nicht durchgängig als fair bewertet. Dieser ambivalente Effekt verdeutlicht für Unternehmen, dass sie ihre CSR-Maßnahmen sorgfältig auswählen müssen und auf Eigenschaften des CSR achten müssen, die Kunden für nutzenbringend erachten. Hierauf und auf weitere Unterfragen geht Berit Engel in ihrer Abschlussarbeit ein.

 

Gesunder Betrieb = besserer Betrieb – Trend oder Tatsache?

„Betriebliches Gesundheitsmanagement als Wettbewerbsvorteil im Personalmarketing“

Wie kann sich ein Unternehmen vom Wettbewerb abgrenzen und attraktiv für Arbeitnehmer sein? Betriebliche Gesundheitsförderung. Es besteht ein wachsender Bedarf nach mehr Sport in der Gesellschaft, mit dem sich Arbeitgeber in Zukunft werden auseinander setzten müssen. Ziel dieser Arbeit war es demzufolge, herauszufinden, ob bei zukünftigen Arbeitnehmern Unternehmen, die ein betriebliches Gesundheitsmanagement in ihrer Unternehmenskultur verankert haben, einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt besitzen. Abgerundet wird die Ausarbeitung durch zwei empirische Untersuchungen, bei welchen zum einen fortgeschrittene Studierende und zum anderen Berufstätige befragt wurden.

In Bezug auf die Bewegungsangebote wünschen sich Studenten von ihren zukünftigen Arbeitgebern ein größeres Betriebssportangebot und ergonomische Arbeitsplätze. Auch mehr Unterstützung und Akzeptanz für sportliche Aktivitäten durch den Vorgesetzten ist den Studenten wichtiger als den Personen, die bereits im Beruf stehen.

Was Unternehmen noch tun können und worauf besonders geachtet werden sollte, behandelt Pia Nettersheim in ihrer Thesis.