Am vergangenen 13. September veranstaltete das CSR-Kompetenzzentrum Rheinland die CSR-Tagung 2018 am Campus der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Rheinbach. Rund 120 Teilnehmer folgten der Podiumsdiskussion und nahmen an den vier angebotenen Workshops zu Themen wie der effizienten Ressourcennutzung, betriebliches Gesundheitsmanagement, CSR-Reporting oder einer CSR-Ideenwerkstatt teil. Außerdem mündete nach spannendem Input aus Wirtschaft und Gesellschaft die Tagung mit der Verleihung des CSR-Preises 2018. Neben Vertretern des öffentlichen Dienstes und verschiedener Unternehmen sowie Organisationen nahmen auch Studenten, Auszubildende und privat CSR-Interessierte an der kostenlosen Tagung teil.

Ablauf, Eindrücke und Ergebnisse der Tagung

Nach der Eröffnung der CSR-Ausstellung von Organisationen und Unternehmen aus der Region, welche bereits Expertise im Bereich der unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung haben, begrüßten die Moderatorin Ina Enseroth und Prof. Dr. Maike Rieve-Nagel (Leitung des CSR-Kompetenzzentrums der H-BRS) die Gäste im Plenum. Minister Prof. Dr. Pinkwart begrüßte die Teilnehmer passend zum digitalen Zeitalter per Videobotschaft, Prof. Dr. Iris Groß (Vize-Präsidentin Studium, Lehre und Weiterbildung an der H-BRS) eröffnete die Tagung mit einem persönlichen Grußwort. Im Anschluss folgte der CSR-Talk mit verschiedenen Experten wie Dr. Hubertus Hille (Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg), Pamela Krosta-Hartl (LANCOM Systems GmbH) oder Severine Profitlich (Immobilienökonomin und Komplementärin bei Profitlich & Co. Immobilien KG). Es folgte die Vorstellung der vier für den CSR-Preis nominierten Unternehmen und Institutionen. Abgestimmt werden konnte bis zum Tagungstag online. Verliehen wurde der CSR-Preis 2018 zum Abschluss der Tagung durch Prof. Dr. Maike Rieve-Nagel und Michael Pieck an die „Dialego Foundation for Children“.

Zum Ende der Tagung und der Projektlaufzeit des CSR-Kompetenzzentrums fasste Michael Pieck sein Fazit zum CSR-Projektende folgendermaßen zusammen:Das Ende des Kompetenzzentrums betrachte ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Zum einen ist es natürlich schade, dass durch das Projektende die Arbeitsplätze der Projektmitarbeiter wegfallen. Auf der anderen Seite bin ich stolz, dass wir bisher als einziges CSR-Kompetenzzentrum in NRW vorhaben, das Zentrum in einer, wenn auch stark komprimierteren Form, weiterzuführen.“

Chancen, Strategien, Region: Warum CSR und die CSR-Tagung so wichtig sind

Das Thema CSR (Corporate Social Responsibility) wird für immer mehr Unternehmen wichtig, denn gute Mitarbeiter hält man als Arbeitgeber nur, wenn man auch über die gesetzlichen Anforderungen hinaus einen attraktiven Mehrwert bietet und gesellschaftlich nachhaltig agiert. Dies bestätigte die CSR-Talk Teilnehmerin und Immobilienökonomin Severine Profitlich: „CSR ist unsere Unternehmens-DNA und jeder Mitarbeiter trägt dieses CSR-Gen. Die Menschen fühlen sich dadurch angesprochen, denn sie wissen, dass sie bei uns gut behandelt und ausgebildet werden. Das ist für uns Teil der Arbeitgeberattraktivität, wodurch wir hervorragende Bewerbungskandidaten und letztendlich Mitarbeiter haben. Und somit profitieren beide Seiten, sowohl Arbeitnehmer als auch wir als Arbeitgeber von CSR, was nachhaltig und erfolgreich macht.“ Dabei gibt es branchemäßig keine Einschränkung für die Relevanz von CSR, denn das Spektrum der diesjährigen Tagungsteilnehmer reichte von Beratung bis hin zu Erziehung, Marketing, Abfallwirtschaft sowie Automobil.  Vor der CSR-Tagung gab es über das CSR-Kompetenzzentrum seit Anfang 2016 bereits kleinere Formate wie CSR-Frühstücke oder verschiedene Informationsveranstaltungen, welche sowohl von Unternehmern als auch Studenten und Azubis durchweg gut angenommen wurden.

 

Partizipation und Wissensvermittlung: Eindrücke aus den Workshops

Was kann (m-)ein Unternehmen oder Organisation für die Gesellschaft tun und was wünscht sich die Gesellschaft von (m-)einem Unternehmen/Organisation? Unter diesen Leitfragen konnten die Teilnehmer der „Ideenwerkstatt“ mit CSR- und Kommunikationsexpertin Claudia Severin selbst kreativ werden und Maßnahmen zu den vier CSR-Säulen Gemeinwesen, Markt, Umwelt und Arbeitsplatz erarbeiten. Was ist möglich und was ist gewünscht? Am häufigsten wurden Ideen zur Verstärkung der Kommunikation und des Wissens über das jeweilige Unternehmen genannt, wozu auch eine stärkere Forcierung der Transparenz zählt. Für den Arbeitsplatz ergeben sich einige Möglichkeiten im Bereich Flexibilität und Services, wie Home-Office-Möglichkeit oder kostenlose Getränke am Arbeitsplatz. Für den Bereich der Umwelt wurden Maßnahmen genannt, wie zum Beispiel „Web-Konferenz statt Flugreisen“.

Eine kritische Reflexion bot auch der Workshop „Weniger ist mehr. Die effiziente Nutzung von Ressourcen“ von Nachhaltigkeitsexperten Georg Habenicht. Denn Nachhaltigkeit ist eine der weltweiten Megatrends mit denen sich nicht nur Wissenschaft und Wirtschaft beschäftigen. Dabei spielt die Ressourceneffizienz, also die effiziente Nutzung von technisch-wirtschaftlichen und natürlichen Ressourcen, eine wichtige Rolle. Die Entwicklungen, welche sich hieraus ergeben, decken viele Schnittmengen ab. Angefangen mit erneuerbaren Energien, über saubere Technologien, innovative Landwirtschaft und zirkuläre Wirtschaft (z.B. zero waste) geht es auch um den ethischen Gebrauch unserer Ressourcen. Im Fokus steht für alle Aspekte das gemeinsame Ziel, die Ressourceneffizienz von „nice to have“ zu einem „need to have“, also einem haben-müssen, zu transformieren.

Unter dem Thema „CSR-Kommunikation und CSR-Reporting“ erläuterte Dirk Röhricht, Managing Director bei FIRST RABBIT GmbH und Kommunikationsexperte, wichtige Gegebenheiten und Möglichkeiten im Bereich der Artikulation von CSR-Aktivitäten. Dass dieses Thema sehr gefragt ist, zeigte die mit Abstand höchste Anmeldezahl für Herrn Röhrichts Workshop. Ein Grundwissen ist manchmal schon vorhanden, eine Vertiefung dieser Kenntnisse wird aber oft gewünscht.

Und auch Betriebliches Gesundheitsmanagement ist einigen bereits ein Begriff. Doch was alles genau hierunter fällt, dies wurde mit Diplompsychologin Maria Heuvelmann im Workshop „Betriebliches Gesundheitsmanagement – Was wird da eigentlich behandelt?“ detaillierter erarbeitet. Ein zu differenzierender Punkt war hier beispielsweise die Unterscheidung von Gesundheit im Sinne der Leistungsfähigkeit an sich und im Sinne der Lebendigkeit, worunter neben der Akzeptanz auch der respektvolle Umgang in einem diversen Miteinander fällt. Diese beiden Aspekte benötigen eine differenzierte Herangehensweise und Betrachtung innerhalb der (Arbeits-)Gruppe und der jeweiligen Individuen.

 

CSR ist und bleibt wichtig für die Region: Ein Fazit zur CSR-Tagung 2018

Durch die interaktive Teilnahme an den Workshops und die Beiträge der erfahrenen Sprecher an der Talkrunde konnten die CSR-Kompetenzen aller Teilnehmer ausgebaut werden. Laut Moderatorin Ina Enseroth brachten während der Tagung engagierte Botschafter mit Herzblut und Überzeugung den CSR-Spirit ein und legten damit einen weiteren, gesellschaftsverantwortlichen Grundstein für die Region Bonn-Rhein-Sieg. „Die CSR-Tagung 2018 bildete das Finale unserer dreijährigen Projektlaufzeit. Ich freue mich, dass die Nachfrage am Thema der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung so groß ist und so gut angenommen wird. Mit fast 120 Teilnehmern, welche sich sowohl aktiv in Workshops beteiligt als auch genetzwerkt haben, war diese Veranstaltung für uns ein voller Erfolg“, so wissenschaftliche Projektmitarbeiterin seitens der Hochschule, Lisa Schrade. Und auch Prof. Dr. Maike Rieve-Nagel zieht eine positive Bilanz: „Wir sind überzeugt, dass wir nicht nur für die Unternehmen genügend Impulse setzen konnten, CSR weiter zu forcieren. Auch an der Hochschule wollen wir die verstärkte Verankerung in den Curricula und weiteren Studiengängen zum Thema CSR und Co. in Angriff nehmen, was durch die kürzliche Gründung des Zentrums für Ethik und Verantwortung bereits eingeläutet wurde.“