Im Verlauf der letzten 20 Jahre hat sich die Zahl der Fehltage in Unternehmen aufgrund von persönlichen Belastungen verdreifacht. Der Ausfall durch Krankheit und Minderleistung verursacht nicht nur hohe Kosten für den Arbeitgeber, sondern führt auch dazu, dass Mitarbeitende in Unternehmen abwandern, die bessere Arbeitsbedingungen bieten.
Welche Faktoren im eigenen Betrieb zu Fehltagen führen können, zeigen Gefährdungsbeurteilungen, die auch für Kleinbetriebe gesetzlich vorgeschrieben sind.

In der Freitagswerkstatt am 17.11.2017 im Betrieblichen Beratungszentrum Bonn (BBZ) wurde erörtert, welche Stressfaktoren es am Arbeitsplatz gibt und wie man diese erkennt.

Die Expertinnen und Experten, Karin Hennemann-Wiehler, Leiterin BBZ, Sabine Steinkühler, Systemische Beraterin BBZ, Maria Heuvelmann, Geschäftsführung volver-beratung Brühl und Frank Bautz, BKK Novitas stellten das Instrument „Gefährdungsanalyse“ vor und gaben Tipps und Best Practice-Beispiele für einen präventiven Umgang mit psychischen Belastungen.

Fazit war, dass sich Verantwortliche in Unternehmen auseinandersetzen müssen mit den Bedürfnissen der Arbeitnehmer und mit deren Gesundheit in Zusammenhang mit der Arbeitssituation. Das ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern sollte selbstverständlich sein. Das bedeutet im Detail, die Führungskultur im Unternehmen in den Blick zu nehmen; sich darum zu kümmern, ob Mitarbeitende Pausen machen, soziale Kontakte untereinander gepflegt werden und wie die Unternehmenskultur in Bezug auf Fehler oder Minderleistungen gestaltet ist. Deutlich wurde, dass auch Führungskräfte auf sich selbst achten müssen. Denn nur wenn „Selbstfürsorge“ funktioniert, kann man auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingehen.